Satzarten in digitalen Medien

In der Satzgestaltung wird zwischen vier gängigen Satzarten unterschieden, die aus der Buchtypografie in die digitale Medien übernommen wurden. Hier ist allerdings zu berücksichtigen, dass die digitalen Ausgabemedien wie zum Beispiel ein Browser nicht die Microtypografie unterstützt, die für einen guten Satzausgleich notwendig wäre.
Daher sollte bei der Wahl der Satzart darauf geachtet werden, auf welchem Ausgabemedium ihre digitale Inhalte dargestellt werden sollen.

Linksbündig

Der linksbündige Satz weist auf der linken Seite eine senkrechte Anordnung des Zeilenanfangs auf. Hier fängt der Zeilenanfang untereinander an. Auf der rechten Seite läuft die Zeile frei aus. Das freie Auslaufen der Zeilen wird auch als Flattersatz bezeichnet. Zum linksbündigen Satz werden entsprechend auch Bilder oder Grafiken linksbündig positioniert.

Beispiel eines linksbündigen Satzlayout von der Apple MacBook Air Produktseite.

Rechtsbündig

Der rechtsbündige Satz weist auf der rechten Seite eine senkrechte Anordnung des Zeilenende auf. Der Zeilenanfang beginnt immer an unterschiedlichen Stellen. Bilder oder Grafiken werden bei dieser Satzart ebenfalls rechtsbündig ausgerichtet.

Mittelachsensatz

Der Mittelachsensatz ist eine symmetrische Satzart. Die Zeilen stehen immer mittig untereinander und weisen eine spiegelbildliche Schriftsatzart auf, die in der Zeilenmitte eine Achse bildet. Der Mittelachsensatz wird gerne auch als zentrierter Satz, als symmetrischer Flattersatz oder auch als gemittelter Satz bezeichnet.

Beispiel eines Mittelachse Satzlayout von der Apple MacBook Air Produktseite.

Blocksatz

Beim Blocksatz beginnt der Zeilenanfang und das Zeilenende in einer senkrechten Anordnung jeweils untereinander. Die letzte Zeile ist in der Regel nicht im Block ausgerichtet und läuft frei aus. Johannes Gutenberg - der Erfinder des Buchdrucks - hat die Gutenberg Bibel (entstand zwischen 1452 und 1454) komplett im Blocksatz gesetzt und gedruckt.

Der Einsatz der richtigen Satzart in digitalen Medien

In den digitalen Medien, wie zum Beispiel Websites oder auch Apps, ist bei der Wahl der Satzart auf die vorhandenen Möglichkeiten der Ausgabemedien zu achten. Für einen gut ausgeglichen Blocksatz sollte die Voraussetzung einer Mikrotypografie möglich sein. Diese Möglichkeiten bieten Browser derzeit nicht. Bei der Mikrotypografie spricht man unter anderem vom Kerning der Buchstaben, optischer Randausgleich, Ausgleich der Wortzwischenräume oder einer sauberen Silbentrennung. Unter CSS3 ist eine automatisierte Silbentrennung bereits möglich. Diese ist aber noch nicht vergleichbar und auf dem Niveau wie es die gängigsten Layoutprogramme sind. Die Möglichkeit der Silbentrennung wird aber noch nicht von allen Browsern unterstützt.
Blocksatz wäre bei Websites nur bei längeren Zeilen sinnvoll. Bei kurzen Zeilen entstehen sehr schnell unsaubere und große Wortzwischenräume, was zu einer lückenhaften und unsauberen Satzdarstellung führt. Daher ist diese Satzart nicht zu empfehlen.
Der linksbündige Satz ist die gängigste Satzart im lateinischen Alphabet. Dieser bietet sich auch sehr gut für Websites oder Apps an. Unter anderem bietet diese Satzart für das Auge immer den gleichen Anfangspunkt zum Lesen und Erfassen einer Zeile. Was den Lesefluss dadurch vereinfacht und unterstützt.
Der Mittelachsensatz wird bei Druckerzeugnissen gerne für Einladungskarten, Visitenkarten, Briefbogen oder auch Todesanzeigen verwendet. Der Mittelachsensatz sollte im Idealfall zwischen 3 und 5 Zeilen aufweisen, jedoch nicht mehr als 8 Zeilen. Im Bereich der modernen Websitegestaltung genießt der Mittelachsensatz immer eine größere Beliebtheit und wird gerne für Auszeichnungen, Zitate oder kürzere Texte verwendet. Auch hier gilt die Faustformel, dass nicht mehr wie 5 Zeilen für einen Mittelachsensatz eingesetzt werden sollen.
Die optimale Zeilenlänge entspricht als Faustformel dem doppelten Alphabet (das wären genau 52 Zeichen). Also in der Summe sollte die Zeilenlänge zwischen 50 und knapp 60 Zeichen aufweisen, dass sie für das Auge gut zu lesen ist. Werden die Zeilen länger, so muss das Auge beim Lesen durch die lange Zeile immer wieder von neuem den Zeilenanfang suchen. Das erschwert den Lesefluss. Diese Regel ist für den Printbereich als auch für digitale Ausgabegeräte identisch.

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