Videos. Die Wahrheit liegt in den ersten 6 Sekunden.

Das mobile Zeitalter und der Einzug der sozialen Netze haben das Konsumverhalten von Informationen in den letzten Jahren rasant verändert. Informationen können immer und überall konsumiert werden. Das Smartphone gehört heute nicht nur bei der heranwachsende Generation zur Grundausstattung. Die Aufmerksamkeitsspanne beim Konsumieren von Informationen hat sich dabei stark verändert. Microsoft hat 2015 in einer Studie festgestellt, dass die Aufmerksamkeitsspanne auf acht Sekunden gesunken ist.

Vermutlich als Konsequenz davon, hat Youtube 2016 das Bumper-Ads Format für seine Plattform eingeführt. Denn laut dem Video-Streaming-Portal sind bei Bewegtbildern die ersten 5 Sekunden entscheidend. Die "Trueview In-Stream" Anzeigen können bei YouTube vor, während oder nach einem Chlip geschalten werden. Dieses Format kann nach 5 Sekunden übersprungen, oder muss vollständig abgespielt werden. Darüber hinaus gibt es noch "6-Sekunden-Ads" die nicht übersprungen werden können. Die Anzeigenlänge von Videos sollte zwischen 12 Sekunden und einer Minute liegen. Laut YouTube sind 95 Prozent der Werbung sichtbar und werden mit Ton angeschaut. Ähnlich wie bei Facebook sollte die ersten Sekunden so gestaltet sein, dass der Chlip zur längeren Verweildauer animiert.
Auch bei Facebook und Instagram haben sich die Kurzformate in zwischen etabliert. Laut Analysezahlen von Google konnte die Werbeerinnerung von 90 Prozent der Bumper-Ads Kampagnen im Durchschnitt um 30 Prozent gesteigert werden.

Der US-Sender Fox Sports ist der erste Fernsehsender, der seit vergangenen Herbst nun auch Sechssekünder vermarktet. Es ist nicht verwunderlich, dass das mobile Werbeformat nun auch den Weg ins Fernsehen gefunden hat. Das menschliche Gehirn ist darauf getrimmt, dass es Bildinformationen schneller verarbeiten kann als Text. Sogar bis zu 60.000 Mal schneller.

Die große Herausforderung liegt nun darin, dass dem User in 6 Sekunden die wichtigsten Informationen vermittelt werden müssen. Viele Experten verlangen, dass der User schon in den ersten 3 Sekunden in Bann gezogen werden muss. Ein gutes Storytelling ist dabei die Grundvoraussetzung. Von der Wahrnehmung der Marke (Awareness) bis zur Botschaft einer Kampagne sollte alles in den 6 Sekunden integriert sein. Dabei gibt es noch eine weitere Herausforderung im Vergleich mit dem Fernsehspot. Ein Sechssekünder sollte im Idealfall auch ohne Ton ansprechen.
Zusätzlich haben sich neben all diesen Anforderungen auch die Spezifikationen der Bildformate geändert. Denken wir an die Zeiten von Fernsehspots und dem Internet ohne Responsive Design zurück. In diesen Zeiten waren die Bildformate geprägt durch die Auflösungen der Kameraformate und Endgeräte wie zum Beispiel HD-ready mit 1.280 x 720 Pixel, Full-HD mit 1920 x 1080 Pixel und Ultra-HD mit 3.840 x 2.160 Pixel. Daraus resultierten die gängigen Seitenverhältnisse von 4:3, 16:9 und 21:9.

Bewegtbild-Produktionen aber auch allgemeine Kampagnen, sei es Werbe- oder Image-Kampagnen, sollten in der heutigen Zeit im besten Fall im quadratischen Format und im Querformat konzipiert werden. Durch den Einzug der Responsive-Technologie kann dann, zum Beispiel über das Content-Management-System von TYPO3, für die wichtigsten Breakpoints jeweils ein individuelles Bildformat gepflegt werden. Das bedeutet, dass ein User mit dem Smartphone ein quadratisches Bild angezeigt bekommt und ein User der die Seite über das Tablet oder einen Desktop-Rechner aufruft ein Bild im Querformat. Somit kann, wie es von Google im Bereich der Suchmaschinenoptimierung gefordert wird, individuell auf die Bedürfnisse des Users und dessen Devices eingegangen werden.

Heute ist ein quadratisches Format und 16:9 das ideale Seitenverhältnis um Bewegtbilder in soziale Netze zu spielen. Wer Bewegtbilder auf soziale Netzwerke spielen möchte, sollte auf die individuellen Spezifikationen dieser Plattformen achten. Als relevante Werbe- und Imageplattformen können „YouTube", „Facebook", „Instagram", „Twitter" und „Snapchat" genannt werden. Neben diesen relevanten Plattformen gibt es noch weitere Netzwerke wie zum Beispiel „Vimeo" oder „Twitch“. Diese spielen aber nur noch eine untergeordnete Rolle. Zu beobachten ist, dass ein quadratisches Format bei diesen Plattformen immer beliebter wird. Ein Clip muss heute auch ohne Ton ansprechen. Die Autoplay-Funktion wie sie bei Facebook oder Instagram eingesetzt wird funktioniert ohne Ton. Daher sollten die ersten 3 bzw. 10 Sekunden so konzipiert sein, dass diese den User mit und ohne Ton ansprechen. Ein Trend ist aber eindeutig zu erkennen, dass mittlerweile viele Videos auch mit Ton angesehen werden. Ein Untertitel ist aber generell zu empfehlen.
Bei der Produktion von von Social-Media Videos gelten andere Formate wie im Bereich der klassischen Video-Produktion.
Auf Instagram und Facebook bieten sich Formate wie 16:9, 1:1, 4:5 oder 9:16 an. Um möglichst viele User aufmerksam zu erreichen ist ein quadratisches oder ein Hochformat-Video die beste Voraussetzung bei mobilen Displays von Smartphones. Diese beiden Formate nehmen im Feed einen optimalen Platz ein. Das best geeignete Videoformat ist MP4.

Für Instagram ergeben sich folgende Empfehlungen:

  • H.264 Codec
  • Audiocodec AAC
  • Bildrate 3.500 kbps
  • Framerate 30 fps
  • Maximal 15 mb
  • Maximallänge 60 Sekunden
  • Maximale Auflösung 1936 x 1936 Pixel
  • Mindestauflösung 600 Pixel
  • Für Facebook ergeben sich folgende Empfehlungen:
  • Dateigröße maximal 4 GB
  • Videolänge: mindestens 1 Sekunde, maximal 240 Minuten
  • Videountertitel wird empfohlen
  • Text 125 Zeichen

Zusammenfassend bieten die beiden Formate 16:9 und 1:1 die beste Voraussetzung für Soziale Netzwerke. Die Auflösung beim quadratischen Format ist im Idealfall 1080 x 1080 Pixel und im Format 16:9 wäre das 1.280 x 720 Pixel.

Auf der DMEXCO 2018 stellte Neal Mohan (Chief Product Officer von YouTube) beeindruckende Zahlen vor. Im Jahr 2018 hat YouTube eine Nutzergemeinde von 1,9 Milliarden eingeloggten Nutzern pro Monat. Alleine in Deutschland, Frankreich und UK gibt es mittlerweile über 740 YouTube-Kanäle mit mehr als 1 Million Abonnenten. YouTube liefert in 91 Länder und in 80 unterschiedlichen Sprachen den lokalisierten Video-Content aus.
Seit Ende Juli 2018 bietet YouTube nun auch ein eigenes Musikstreaming-Angebot mit YouTube Musik an und einen kostenpflichtigen YouTube Premium Kanal, der einen hochwertigeren und exklusiveren Content liefert. Nebenbei produziert YouTube auch noch eigene Serien und versucht an den Erfolg von Netflix anzuknüpfen.
Ebenfalls wurde auf der DMEXCO das neue YouTube-Werbeformat "Vertical Video Das" von Neal Mohan vorgestellt. Das neue Videoformat wurde speziell auf das Nutzungs- und Sehverhalten der Nutzer angepasst, da weltweit über 70 Prozent der Videoinhalte von YouTube auf mobilen Endgeräten betrachtet werden. Das Videoformat beinhaltet vertikale und quadratische Formate. YouTube empfiehlt in diesem Zusammenhang sogar, dass Videobotschaften im Idealfall in zwei Formaten ausgeliefert werden. Die vertikalen Videos stellen eine hervorragende Ergänzung zu den horizontalen Videoformaten dar.
Hyundai hat bei der Vorstellung eines neuen SUV-Modell die Anzeigen in beiden Formaten ausgeliefert. Das Ergebnis dabei war, dass die Markenbekanntheit um 33 Prozent und die Kaufbereitschaft um fast 12 Prozent gesteigert wurde. Weitere Informationen hierzu finden Sie im Beitrag von Google.

Es bleibt spannend in der Welt der Bewegtbilder. Soviel ist sicher, wer in der Zeit der Massenmedien herausstechen will benötigt kurze, prägnante Anzeigen mit viel Bildern und wenig Text sowie einer mitreißenden Story.

Im Herzen Süddeutsch. Im Handeln Weltoffen.

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